Maut in Polen

Seit 2011 wird auch in Polen eine streckenbezogene Maut erhoben. Mautpflichtig sind alle Fahrzeuge. Bei Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen besteht die Möglichkeit, zur Mautabrechnung zwischen einer Vignette und einer OBU (ViaBox) zu wählen. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist eine OBU Pflicht. Aktuell ist die polnische Maut noch mehrwertsteuerfrei. Ob und wann sich das ändert, steht noch nicht fest.

Mautstrecken

Mautpflicht besteht in Polen auf insgesamt rund 1.600 Straßenkilometern. Davon entfallen 650 Kilometer auf Autobahnen, 600 Kilometer auf Schnellstraßen und 350 Kilometer auf Nationalstraßen. Möglicherweise wird die Mautpflicht bis 2018 auf insgesamt 7.600 Straßenkilometer ausgeweitet. Die Vignette für Fahrzeuge unter  3,5 Tonnen. kann auch weiterhin verwendet werden. Eine Karte mit allen derzeit mautpflichtigen Strecken finden Sie HIER

Mauttarife

Die Mauttarife richten sich nach Fahrzeugkategorie und Euro-Schadstoffklasse und sind entfernungsabhängig.

Für Streckenabschnitte der Klasse A (Autobahnen) und S (Schnellstraßen) gilt:

Fahrzeug

Euro 0 bis 2

Euro 3

Euro 4

ab Euro 5

von 3,5 - 12t

0,40 PLN

0,35 PLN

0,28 PLN

0,20 PLN

ab 12t

0,53 PLN

0,46 PLN

0,37 PLN

0,27 PLN

Busse *

0,40 PLN

0,35 PLN

0,28 PLN

0,20 PLN

Für Streckenabschnitte der Klassen GP (Hauptwege mit beschleunigtem Verkehr) und G (Hauptwege) gilt:

Fahrzeug

Euro 0 bis 2

Euro 3

Euro 4

ab Euro 5

von 3,5 - 12t

0,32 PLN

0,28 PLN

0,22 PLN

0,16 PLN

ab 12t

0,42 PLN

0,37 PLN

0,29 PLN

0,21 PLN

Busse *

0,32 PLN

0,28 PLN

0,22 PLN

0,16 PLN

* Busse (mit mind. 9 Plätzen inkl. Fahrer)

Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt über die SVG. Rechnungen und Einzelfahrtaufstellungen erhalten Sie direkt vom Mautbetreiber.

Registrierung

Der Mautbetreiber benötigt zur Registrierung zahlreicheUnterlagen. Alle Registrierungsformulare inklusive der deutschen Übersetzung können direkt über die SVG bezogen werden.

Kaution

Kosten für die Nutzung der ViaBox fallen nicht an. Allerdings muss eine Kaution von 120 PLN (ca. 30 Euro) beim Mautbetreiber hinterlegt werden.

Installation

Die Installation der ViaBox ist einfach. Zunächst muss sie auf der Innenseite der Windschutzscheibe durch die Hilfe von mitgelieferten Klebepads befestigt werden. In der Verpackung befindet sich auch eine detaillierte Anleitung, die zusätzliche Informationen über die Installation und Funktionsweise der ViaBox enthält. Das Gerät wird über Batterie betrieben,  ein Stromanschluss ist nicht nötig. Wichtig: Die ViaBox kann nur in dem Fahrzeug installiert werden, das zuvor registriert wurde.

Rückgabe von Boxen

Die OBU kann persönlich an den Distributions- oder Kontaktstellen abgegeben werden. Bei Auflösung des gesamten Mautvertrags muss ein Beendigungsformular ausgefüllt werden. Eine Übersicht über alle Kontakt- und Distributionsstellen finden Sie hier:
(http://www.viatoll.pl/de/lkv/kundenservice?limitstart=1)
(http://www.viatoll.pl/de/lkv/kundenservice?limitstart=2)

Kennzeichenwechsel

Bei einem Kennzeichenwechsel ist kein Wechsel der OBU nötig. Allerdings muss die entsprechende Box an einer Vertriebsstelle unter Vorlage der entsprechenden Tankkarte sowie einer Kopie des Fahrzeugscheines/Fahrzeugbriefes und ggf. eines Nachweises der Schadstoffklasse umgeschrieben werden.

Abholung von Post-Pay-Boxen

Post-Pay-Boxen können derzeit nur an Grenzservicestellen oder Kontaktstellen abgeholt werden.
Dazu sind folgende Dokumente nötig:

  • Fahrzeugschein im Original, wenn der Firmeninhaber/ Geschäftsführer die ViaBox selber abholt (Ausweis nicht vergessen!) oder
  • Fahrzeugscheinkopien aller Fahrzeuge mit Vollmacht

Bei der Abholung von Pre-Pay-Boxen für noch nicht registrierte Kunden sind folgende Dokumente erforderlich:

  1. Kundenvertrag
  2. Fahrzeugregistrierungsliste
  3. Kopie Handels/ Gewerberegisterauszug
  4. Kopie des Personalausweises der Person, welche den Vertrag unterzeichnet
  5. Kopie des Fahrzeugscheines/ Zulassungsbescheinigung für jedes Fahrzeug
  6. Nachweis der Schadstoffklasse, falls die nicht im Fahrzeugschein/ Zulassungsbescheinigung ausgewiesen ist (z.B. durch CEMT-Genehmigung)
  7. Vollmacht (nur ausfüllen wenn der Firmeninhaber/ Geschäftsführer die ViaBox nicht selbst bestellt oder abholt)
  8. Ihre SVG/ DKV Cobranded-Card


Weitere Fragen beantworten die SVG-Kundenberater. Zusätzliche Informationen sind direkt auf der Seite des Betreibers (www.viatoll.pl) zu finden.

Länderinformationen


Vollmacht des Fahrzeughalters

Seit 2008 wird in Polen für alle Fahrzeuge, deren Fahrer nicht gleichzeitig Halter ist, eine Vollmacht verlang, die bestätigt, dass der Fahrer rechtmäßig mit dem LKW / PKW/ Krad unterwegs ist. Ein Muster dieser Vollmacht finden Sie HIER.

Gesamtgewicht

Für Fahrzeugkombinationen, die nach dem 13.03.2003 zugelassen wurden, gilt  in Polen ein zGG von maximal 40 t. Für Fahrzeugkombinationen, die vor dem 13.03.2003 zugelassen wurden, gilt ein zGG von 42 t.

Kontrollbehörde

In Polen ist eine neue Behörde zur Kontrolle des Straßengüterverkehrs mit dem Namen Inspekcia Transportu Drogowego (ITD) gegründet worden. Neben der Polizei ist diese Behörde ebenfalls berechtigt, Straßenkontrollen in Polen durchzuführen. Die Aufgaben des ITD - das dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr direkt unterstellt ist - sind denen des deutschen Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) ähnlich.

Weitere Hinweise zum Straßenverkehr

Für nicht in Polen angemeldete Kraftfahrzeuge ist eine Grüne Versicherungskarte zwingend erforderlich. Bei fehlender oder ungültiger Grüner Karte muss der Fahrer mit empfindlichen Geldbußen rechnen, z. B. für LKW/Autobus PLN 3.800(Stand 2001).

Bei Alkohol am Steuer gilt die 0,2‰-Grenze. Auch geringfügige Überschreitungen werden streng geahndet.

Beförderungssteuer

Für Dienstleistungen mit im Ausland angemeldeten Bussen in Polen muss Beförderungssteuer (sog. Pauschalsteuer) beim Zollamt an der Grenze entrichtet werden. Sie beträgt 25 PLN pro beförderte Person pro Woche. Eine Befreiung von dieser Steuer ist auch bei Fahrten für humanitäre Zwecke nicht möglich.

Verkehrshinweis

Von Anfang Oktober bis Ende Februar muss bei Fahrten auch bei Tage das Abblendlicht eingeschaltet sein.

Für Lkw über 12 t gilt an polnischen Feiertagen – Neujahr, Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, 3. Mai, Pfingstsonntag, Fronleichnam, 15. August, 1. November, 11. November, 25. und 26. Dezember – von 8.00 bis 22.00 Uhr sowie am Vortag von 18.00 bis 22.00 Uhr Fahrverbot (gilt nicht für humanitäre Hilfstransporte und Busse).

In den Sommermonaten Juni bis September gelten zusätzlich Fahrverbote am Sonntag von 08.00 bis 22.00 Uhr, im Juli und August darüber hinaus auch am Freitag von 18.00 bis 22.00 Uhr und am Samstag von 08.00 bis 14.00 Uhr.

Für den Lkw-Transitverkehr in Warschau sind besondere Einschränkungen in Kraft: Lastwagen über 16 t dürfen nur in der Zeit von 18.00 bis 22.00 Uhr und nur auf bestimmten Straßenzügen fahren.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Für die visumfreie Einreise nach Polen zu einem touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen pro Halbjahr ist ein Reisepass erforderlich, der noch mindestens sechs Monate über den letzten Aufenthaltstag in Polen gültig sein muss. Kinderausweise müssen mit einem Lichtbild versehen sein. Eintragungen der Kinder in die Reisepässe der Eltern werden anerkannt. Ein Personalausweis reicht nicht aus.

Deutsche, die auch polnische Staatsangehörige sind, müssen sich gemäß polnischem Recht an der polnischen Grenze und in Polen mit dem polnischen Reisedokument ausweisen. Andernfalls besteht Gefahr, dass ihnen von polnischen Grenzbeamten die Ein- bzw. Ausreise verwehrt wird.

Besondere Zollvorschriften

Die polnischen Zollbestimmungen lassen es nicht zu, dass ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug in Polen von einem Fahrer geführt wird, der in Polen (auch nur mit zweitem Wohnsitz) gemeldet ist. Bei einer Polizeikontrolle droht sonst wegen des Verdachts der verbotenen Einfuhr des Fahrzeugs die Beschlagnahme, die mindestens drei Monate währt. In Einzelfällen erhielten Fahrzeugeigentümer ihre Wagen erst nach zwei Jahren wieder.

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen in Höhe von mehr als 5000,-- Euro ist deklarationspflichtig.

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